Geschichte Raum geben

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Nach der Verlegung der Patientinnen aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg in die Zwischenanstalt Herborn am 9. und 30. April 1941, wähnten sich die Patientinnen dort zunächst in Sicherheit. Zum einen dienten Zwischenanstalten wie Herborn der Vertuschung der Tötungsaktion, zum anderen ließen sich die Verlegungstransporte in die Tötungsanstalten durch das Einbeziehen von Zwischenanstalten reibungsloser koordinieren.

An drei Tagen verließen unterschiedlich viele der Patientinnen aus Lüneburg die Zwischenanstalt Herborn: Am 12. Mai 1941 wurden mindestens 88 Frauen, am 28. Mai 1941 mindestens 32 Frauen und am 16. Juni 1941 mindestens  98 Frauen in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt.

Bei den Patientinnen, die am 12. Mai 1941 in die Gaskammer in Hadamar geführt wurden, handelte es sich ausschließlich um Frauen, die Lüneburg am 9. April 1941 verlassen hatten. Sie hatten einen fünfwöchigen Aufenthalt in Herborn hinter sich. Von den Lüneburger Patientinnen, die zwei Wochen später, am 28. Mai 1941, in Hadamar getötet wurden, hatten ebenfalls alle Patientinnen Lüneburg am 9. April 1941 verlassen und somit einen siebenwöchigen Aufenthalt in Herborn hinter sich. Unter den am 12. und 28. Mai 1941 ermordeten Frauen war keine Patientin aus dem Verlegungstransport vom 30. April 1941. Drei Frauen des 9. April 1941-Transportes wurden zehn Wochen in Herborn zurückgehalten: Gesine Ropers, Ida Sumfleth und Elisabeth von Wieding. Anhand der Akten lässt sich nicht feststellen, warum sie zurückgestellt wurden. Von den 97 Frauen, die am 30. April 1941 die Lüneburger Anstalt verließen, wurden mindestens 95 Frauen am 16. Juni 1941 in Hadamar ermordet.

Insgesamt sind von den aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg »planwirtschaftlich verlegten« 228 Frauen nachweislich 218 Frauen getötet worden. Bei zehn Frauen lässt sich kein Sterbedatum feststellen. Es besteht die Möglichkeit, dass sie die »Aktion T4«, ggf. auch die nachfolgende zweite Phase der »Euthanasie« (»dezentrale Euthanasie«) in den Anstalten Herborn oder Hadamar überlebten.

Die todgeweihten Frauen wurden in einer Gaskammer im Keller der Anstalt in Hadamar mit Kohlenmonoxid erstickt. Das Gas wurde durch Rohre in den gefliesten Raum geleitet. Die Tür zur Kammer war luftundurchlässig. Ein kleines Fenster in der Tür ermöglichte den Blick ins Innere der Kammer. Neben der Kammer befand sich ein Sektionsraum, in dem den Ermordeten zu Forschungszwecken Organe entnommen wurden. Nach der Ermordung bzw. Sektion wurden die Leichen in einem der Gaskammer gegenüberliegenden Raum eingeäschert.

Der Patientenmord war im Frühjahr 1941 nicht mehr geheim. Angehörige und die Kirche deuteten die Sterbebenachrichtigungen häufig korrekt. Es gab Familien, die sich die Urne mit der angeblichen Asche der Verstorbenen überstellen und sie daheim beisetzen ließen.

An 2 Tagen werden die Lüneburger Patientinnen verlegt.
Am 9. April 1941 und am 30. April 1941.
Sie werden in die Anstalt nach Herborn gebracht.
Das ist ein Ort in Hessen.
Sie fahren mit dem Zug.
Sie werden von Lüneburger Pflege-Kräften begleitet.
Die Frauen denken: Wir sind sicher.
Uns passiert nichts.

Aber das stimmt nicht.
Die Frauen bleiben nur wenige Wochen in Herborn.
Sie werden in die Tötungs-Anstalt Hadamar verlegt.
Sie ist nur 40 Kilo-Meter entfernt.
Sie werden mit Bussen gefahren.
Die Fahrt dauert eine Stunde.

Die Verlegung findet an 3 Tagen statt.
Am 12. Mai 1941 sind es mindestens 88 Frauen.
Am 28. Mai 1941 sind es mindestens 32 Frauen.
Am 16. Juni 1941 sind es mindestens 98 Frauen.
Insgesamt sind es 218 Frauen.
Sie werden alle bei ihrer Ankunft ermordet.

Von 10 Frauen aus der Lüneburger Anstalt ist das Schicksal unbekannt.
Es gibt von ihnen kein Sterbe-Datum.
Vielleicht sterben sie später.
Oder vielleicht überleben sie sogar.

Das passiert nach der Ankunft in Hadamar:
Die Frauen müssen in einen Keller gehen.
Sie müssen sich ausziehen.
Sie werden in eine Gas-Kammer geführt.
Die Tür wird versperrt.
Durch Rohre kommt Gas in den Raum.
Das Gas heißt Kohlen-Monoxid.
Luft kam nicht in die Kammer.
Die Frauen erstickten an dem Gas.

Neben der Gas-Kammer ist noch ein Raum.
Dort werden die Leichen untersucht.
Ihre Organe werden entnommen.
An den Organen wird geforscht.
Danach werden die Leichen verbrannt.
Das ist die »Aktion T4«.

Im Jahr 1941 wissen viele Menschen von den Morden.
Die Morde sind nicht mehr geheim.
Die Familien glaubten nicht an einen Tod durch Krankheit.
Sie denken: Es war Mord.
Aber sie schweigen.

Einige Familien lassen sich die Urne mit der Asche schicken.
Sie werden auf einem Fried-Hof beerdigt.

Die Karte markiert den Weg der »planwirtschaftlich verlegten« Frauen in die Tötungsanstalt.

Olga Schulze

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Olga Schulze wurde am 18. April 1908 in Sülze geboren. Sie war das vorletzte Kind von insgesamt zehn Geschwistern, geboren zwischen 1891 und 1911. Aufgrund eines »Stimmritzenkrampfes« im ersten Lebensjahr lernte Olga erst mit acht Jahren sprechen. Sie blieb insgesamt entwicklungsverzögert. Sie ging nur ein Jahr zur Schule und lebte als »Haustochter« bei ihren Eltern.

Im August 1936 wurde sie in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg aufgenommen, da es den Eltern nicht mehr möglich war, sie zu Hause zu versorgen. Sie wurde am 28. Mai 1941 in Hadamar ermordet.

In Unwissenheit über den Tod ihrer Tochter feierten die Eltern am 5. Juni 1941 ihre Goldene Hochzeit. Eine Woche später erhielten sie die Nachricht, dass ihre Tochter am 12. Juni 1941 in Hadamar verstorben sei.

Olga Schulze ist am 18. April 1908 in Sülze geboren.
Das ist ein Dorf im Land-Kreis Celle.
Sie ist das Neunte von 10 Kindern.
Erst mit 8 Jahren lernt sie sprechen.
Sie lernt sehr langsam.
Olga Schulze geht nur ein Jahr zur Schule.

Im Jahr 1936 kommt sie in die Lüneburger Anstalt.
Die Eltern können sich nicht mehr um sie kümmern.
Am 28. Mai 1941 wird Olga Schulze in Hadamar ermordet.
Das wissen die Eltern nicht.
Sie feiern ihre Goldene Hochzeit.
Eine Woche später bekommen sie die Todes-Nachricht.
Mit einem falschen Todes-Datum.

Die Eltern möchten die Urne mit der Asche ihrer Tochter haben.
Sie wird auf dem Fried-Hof in Sülze beerdigt.
Es ist wahrscheinlich nicht die Asche von Olgas Schulze.
Es ist wahrscheinlich die Asche von anderen ermordeten Frauen.

 

»*18.4.1908 Sülze, gestorben zu Hadamar b. Limburg/Lahn (Landes Heil-und Pflegeanstalt) (Standesamt Hadamar Mönchberg (Lahn) Nr. 238). Beerdigungsort unbekannt (eingeäschert) (auf Wunsch der Eltern ist der Entschlafenen in der Kirche keine Erwähnung getan).«

Sterbebuch

der Kirchengemeinde Sülze 1876 bis 1945, Seite 172 Nr. 8A. Kopie in Privatbesitz Karl Heinz Cohrs.

Das ist das Sterbe-Buch der Kirche in Sülze.
Da schreibt man alle Toten aus Sülze auf.
Auch Olga Schulze.
Der Pastor schreibt: Olga wurde getötet.
Er schreibt auch:
Über den Tod von Olga soll nicht gesprochen werden.
Das wollen die Eltern.

Anna Timme

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Anna Timme, geboren am 8. Juli 1909 in Hagen, wuchs mit fünf Brüdern auf einem Bauernhof auf. Vor und nach der Schule mussten die Kinder bei der harten landwirtschaftlichen Arbeit helfen. Mit 21 Jahren erkrankte Anna und wurde Patientin der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Nach fünf Monaten wurde sie in die Außenfürsorge nach Hause entlassen.

Weil sie ihrer Arbeit auf dem Hof nicht nachkam und somit für die Familie eine Belastung darstellte, wurde sie drei Jahre später, 1934 erneut in die Lüneburger Anstalt eingewiesen. Sie bekam die Diagnose »Schizophrenie«. Am 16. Juni 1941 starb sie in Hadamar einen qualvollen Erstickungstod.

Anna Timme wird am 8. Juli 1908 in Hagen geboren.
Das ist ein Dorf im Land-Kreis Celle.
Sie hat 5 Brüder.
Die Eltern haben einen Bauern-Hof.
Alle Kinder müssen vor und nach der Schule helfen.
Sie müssen schwer arbeiten.
Obwohl sie Kindern sind.

Anna Timme macht das krank.
Da ist sie 21 Jahre alt.
Sie kommt in die Anstalt nach Lüneburg.
Dort geht es ihr besser.
Nach 5 Monaten darf sie wieder nach Hause.
Sie will aber nicht mehr auf dem Bauern-Hof helfen.
3 Jahre später muss Anna wieder in die Anstalt.

Am 16. Juni 1941 wird Anna Timme in der Gas-Kammer ermordet.

Anna Timme

und ihre fünf Brüder, ca. 1915/16.

Privatbesitz Otto Timme/Elisabeth Habermann.

Das ist Anna mit ihren 5 Brüdern.
Das Foto ist über 100 Jahre alt.

Als die Familie

von Agnes Timme die Urne anforderte, wurde sie versehentlich nach Hannover-Stöcken, zum zuständigen Friedhofsamt von Frida Timme (einem weiteren Mordopfer mit Namen Timme) geschickt. Der Fehler wurde korrigiert, sodass die Agnes Timme zugeschriebene Asche schließlich doch noch in Hermannsburg beigesetzt werden konnte.

Privatbesitz Sabine Röhrs.

Die Familie von Agnes Timme will die Urne haben.
Sie soll beerdigt werden.
Das Fried-Hofs-Amt macht einen Fehler.
Die Urne von Agnes Timme wird verschickt.
Aber an die Familie von Frieda Timme.

Dieser Fehler wird bemerkt.
Die Urne wird noch mal verschickt.
Jetzt an die richtige Adresse.
An die Familie von Agnes Timme.
Die Familie wundert sich.
Sie glaubt nicht an den natürlichen Tod.

 

Anna Timme

Der einzige überlieferte Bericht, den Dr. Niemeyer 1931 über den Besuch von Anna Timme in der »Außenfürsorge« verfasste, dokumentiert die Situation von Anna in ihrer Familie nach ihrer Rückkehr aus der Anstalt.

NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 2004/066 Nr. 09585.

Das ist ein Bericht.
Er ist aus dem Jahr 1931.
Anna ist wieder zu Hause.
Der Arzt besucht sie zu Hause.
Danach schreibt er den Bericht.
Er schreibt: Anna spricht nicht.
Sie hilft nur mit, wenn man ihr das sagt.
Sie sieht sauber aus.
Sie isst gut und sie schläft gut.

Verlegungsliste

Anna Timme war an dem Tag nicht die einzige Ermordete namens Timme. Es gab insgesamt drei Frauen mit dem Nachnamen Timme, die am gleichen Tag von der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg in die Anstalt nach Herborn und mit den Nummern 115, 116 und 117 gemeinsam in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt wurden.

Hauptstaatsarchiv Wiesbaden Abt. 461 Akte 32061 Bd. 17, S. 107.

Es gibt 3 Frauen mit dem Nach-Namen Timme:
Agnes Timme, Anna Timme und Frieda Timme.
Sie sind alle Patientinnen in Lüneburg.
Alle kommen am gleichen Tag in die Tötungs-Anstalt Hadamar.
Alle 3 werden dort ermordet.

Zusatzmaterial

Aktion T4:
Die Nazis sagten: Menschen mit Behinderungen sind nichts wert.
Sie sollen getötet werden.
In Berlin gab es ein Haus in der Tier-Garten-Straße 4.
Dort wurde die Ermordung geplant.
Menschen mit Behinderungen werden in Tötungs-Anstalten gebracht.
Dort werden sie mit Gas ermordet.
70.000 Menschen werden so getötet.
Diese Aktion heißt T4 wegen der Tier-Garten-Straße 4.

 

Anstalt:
Eine Anstalt ist ein besonderes Kranken-Haus.
Es ist für Menschen, die seelisch krank sind.
Die zum Beispiel immer ganz traurig sind.
Oder für Menschen, die viel Angst haben.
Oder für Menschen, die Probleme haben und Hilfe brauchen.
Früher sagte man zu diesen besonderen Kranken-Häusern: Heil- und Pflege-Anstalt.
Oder man sagte: Nerven-Heil-Anstalt.
Heute heißen diese besonderen Kranken-Häuser: Psychiatrisches Kranken-Haus.
Oder: Psychiatrie.

 

Archiv:
In einem Archiv werden alte Dinge gesammelt.
Zum Beispiel alte Texte und Fotos und Urkunden.
Oder alte Akten.
In vielen Städten gibt es ein Archiv.
So kann man sich immer an die Vergangenheit erinnern.
Wer möchte, kann sich die alten Sachen dort ansehen.
Das machen auch viele Forscher.
So können sie viele Sachen über die Vergangenheit herausfinden.

 

BRD/DDR:
Von 1945 – 1990 gab es zwei deutsche Staaten.
Einer der zwei deutschen Staaten war die DDR.
Der andere Staat hieß BRD.
Zwischen den beiden Staaten gab es eine Grenze und eine Mauer.
Seit 1990 ist Deutschland wieder vereinigt.
Ganz Deutschland heißt jetzt »Bundesrepublik Deutschland«.

 

Gas-Kammer:
Die Nazis haben Menschen mit Behinderung ermordet.
Sie bauten Gas-Kammern in 6 Tötungs-Anstalten.
Das sind Räume im Keller.
Die Patienten mussten dann in den Keller gehen.
Sie mussten sich ausziehen.
Sie wurden in eine Gas-Kammer geführt.
Die Tür wurde versperrt.
Durch Rohre kam Gas in den Raum.
Das Gas heißt Kohlen-Monoxid.
Luft kam nicht in die Kammer.
Die Menschen erstickten an dem Gas.

 

Gesundheits-Amt:
In einem Gesundheits-Amt arbeiten viele Ärzte und andere Leute.
Sie helfen anderen Menschen.
Sie beraten Menschen über Gesundheit und Krankheit.
Sie versuchen, dass sich niemand mit einer Krankheit ansteckt.
In der Nazi-Zeit war das anders.
Da haben viele Ärzte dabei geholfen, Menschen mit Behinderung zu melden.
Viele dieser Menschen wurden dann ermordet.

 

Geschlechts-Krankheit:
Manche Krankheiten sind ansteckend.
Wie Husten oder Schnupfen.
Man kann sich anstecken, wenn man angehustet oder angeniest wird.
Bei manchen Krankheiten kann man sich auch beim Sex anstecken.
Heute gibt es gute Medikamente gegen diese Krankheiten.
Dann wird man schnell wieder gesund.
Früher gab es diese Medikamente noch nicht.
Manche Menschen wurden dann sehr krank.

 

National-Sozialisten:
Die National-Sozialisten nennt man auch Nazis.
Sie herrschen in Deutschland von 1933 – 1945.
Die Nazis haben viele schreckliche Dinge getan.
Sie ermorden sehr viele unschuldige Menschen.
Wie Menschen mit Behinderungen.
Oder jüdische Menschen.
Sie sperren auch viele Menschen ein und quälen sie.
Und sie überfallen andere Länder.
Damit beginnt der Zweite Welt-Krieg.
Millionen Menschen werden getötet.
1945 endet der Krieg.
Deutschland hatte den Krieg verloren.
Nun herrschen die Nazis nicht mehr in Deutschland.

 

Organe:
Alle Lebewesen haben Organe.
Also auch wir Menschen.
Organe sind Körper-Teile.
Viele Organe sind im Körper.
Wie das Herz oder das Gehirn.
Wenn das Organ krank ist, wird auch der Mensch krank.
Manchmal untersuchen Ärzte die Organe, wenn ein Mensch gestorben ist.
Sie wollen wissen: Welche Krankheit hatte der Mensch?
Und woran ist er gestorben?

 

Privates Kranken-Haus:
Die meisten Kranken-Häuser werden vom Staat oder vom Land geleitet.
Das nennt man dann staatlich.
Die staatlichen Kranken-Häuser bekommen ihr Geld von der Kranken-Kasse.
Oder der Pflege-Kasse.
Und es gibt private Kranken-Häuser.
Die gehören privaten Personen oder Gruppen.
Die sind oft teurer als die anderen.
Und auch etwas feiner.
Dafür müssen die Patienten selber bezahlen.
Oder ihre Angehörigen.

 

Staats-Sicherheit (Stasi):
Von 1949-1990 gab es zwei deutsche Staaten.
Ein Staat war die DDR.
Die Staats-Sicherheit war die Geheim-Polizei der DDR.
Sie wird auch Stasi genannt.
Die Stasi überwachte die Menschen.
Keiner sollte aus der DDR fliehen.
Das war verboten.
Und keiner sollte etwas Schlechtes über die DDR sagen.
Wer das doch tat, wurde von der Stasi verhört.
Viele Menschen wurden von der Stasi ins Gefängnis gesperrt.
Nur weil sie ihre Meinung sagten.

 

Stolper-Steine:
Vor vielen Wohn-Häusern in Deutschland liegen Stolper-Steine.
Das sind kleine Steine aus Messing.
Darauf stehen die Namen von Menschen.
Und ihr Geburts-Datum.
Und oft ihr Sterbe-Datum
Die Menschen wohnten einmal in den Häusern.
Dann wurden sie von den Nazis vertrieben oder ermordet.
Es waren Menschen mit Behinderungen.
Oder jüdische Menschen.
Oder Menschen, die etwas gegen die Nazis gesagt haben.
Die Stolper-Steine erinnern uns an diese Menschen.

 

Trost-Brief:
Die Anstalt schickte immer einen Brief an die Angehörigen.
Wenn ein Patient gestorben war.
Den Brief nennt man Trost-Brief.
Da steht drin: Ihr Angehöriger ist an einer Krankheit gestorben.
Das schrieb die Anstalt auch, wenn das gar nicht stimmte.
Wenn der Patient ermordet worden war.
Die Anstalten wollten das nicht zugeben.
Sie haben gelogen.
Auch das Sterbe-Datum stimmt oft nicht.
So bekam die Anstalt noch länger Pflege- Geld.

 

Urne:
Wenn Menschen sterben, werden sie auf einem Fried-Hof beerdigt.
Manche werden in einem Sarg beerdigt.
Andere werden nach ihrem Tod verbrannt.
Dann bleibt die Asche übrig.
Die Asche kommt in ein schönes Gefäß.
Das nennt man Urne.
Die Urne wird dann auf dem Fried-Hof bestattet.

 

Tötungs-Anstalt:
Eine Anstalt ist ein besonderes Kranken-Haus.
Es ist für Menschen, die nicht am Körper krank sind.
Sondern an der Seele.
Die Nazis sagen: Diese Menschen sind nichts wert.
Sie sollen sterben.
Die Nazis bauen in 6 Anstalten Gas-Kammern ein.
In den Gas-Kammern werden die Patienten ermordet.
Diese Anstalten heißen Tötungs-Anstalten.
Dort werden die Patienten getötet.

 

Welt-Krieg
In einem Krieg kämpft ein Land gegen ein anderes Land.
Manchmal kämpfen auch viele Länder.
Dabei sterben viele Menschen.
In einem Welt-Krieg kämpfen ganz viele Länder.
Fast die ganze Welt.
Darum heißt dieser Krieg dann Welt-Krieg.
Es gibt 2 Welt-Kriege.
Der 1. Weltkrieg war von 1914-1918.
Der 2. Welt-Krieg war von 1939-1945.
Die Nazis fangen den 2. Welt-Krieg an.
Viele Millionen Menschen sterben.

 

Zwangs-Arbeiter
Zwangs-Arbeiter sind Menschen, die zur Arbeit gezwungen werden.
Die Nazis zwingen Menschen zur Arbeit.
Viele dieser Menschen kommen aus anderen Ländern.
Aus Polen oder aus Russland oder aus Frankreich.
Die Nazis überfallen diese Länder.
Sie schicken die Menschen aus diesen Ländern nach Deutschland.
Dort müssen die Menschen arbeiten.
In Fabriken.
Oder auf einem Bauern-Hof.
Sie bekommen kein Geld für die Arbeit.
Sie bekommen auch nur wenig zu essen.
Vielen Zwangs-Arbeitern geht es sehr schlecht.